Vanlife mit Hund

So kleiner Raum und dann noch ein haariges, schlotzendes Wesen dazu? Ja, für viele gehört ein tierischer Begleiter zum Van-Leben dazu! Man könnte auch behaupten, ein Hund sei sogar eine Art Beschützer, dies trifft bei unserer Möchtegern-Kampfwurst jedoch nicht zu. Sie ist einfach ein wunderbarer Begleiter, für den man natürlich einige Verzichte (wie ausgiebige Museumsbesuche, in Diskotheken gehen, usw.) macht, doch auch sie tut dies, wenn sie mit uns stundenlang an der Leine durch den Stadtverkehr wuselt. Die Momente zusammen in der Natur sind dafür umso belebender und stellen bei der Reise im Camper ja den Hauptanteil dar.

Wir haben unseren Doggo 2 Monate vor unserer Abreise von einer Frau übernommen und zusammen in einer Übergangswohnung gelebt (unsere WG-Zimmer waren bereits untervermietet). Und dann ging es sofort in den Bus, und zwar für ca. 7 Monate, in denen wir unseren Hund erst so richtig kennengelernt haben und wir ein Band des Vertrauens aufgebaut haben. Sie kennt also eigentlich nur den Bus als ihr Zuhause und dort fühlt sie sich pudelwohl. Auch ist sie es gewohnt, dass man die Türe aufmacht und sie sofort in die Natur rausspringen und toben kann. Deshalb wird die nächste Herausforderung, sie in unseren Stadtwohnungen erstmal einzugewöhnen und das Leben in der Großstadt ist ja doch ein ganz anderes für unsere Pfotenfreunde.

Genug gefaselt, hier kurz unsere hundefreundliche Grundausstattung in der Boabette.

SCHLAFPLATZ
Eine kuschelige Schlafhöhle ist essentiell, dort kann sie sich immer zurückziehen, auch wenn wir noch lange draußen unter den Sternen Wein trinken, kann sie sich einfach zurückziehen. Sie weiß inzwischen auch schon durch die Moskitonetze hindurchzugehen. Früh morgens darf sie schon eigenständig zu uns ins Bett springen und noch ein bisschen im Rudel schlafen und kuscheln, sozusagen.

Schlafen zwischen Porta Potti und Werkzeug… auf dem Radkasten hinten ist ihre Kiste mit Hundesachen drin

ESSPLATZ
Hier steht immer ihr Wasser bereit und wenn sie fressen bekommt, auch dieses. Der Napf war ursprünglich aus einem Rest der Spanplatte, brach aber in der Mitte als Doggo mal Randale gemacht hat. Wir haben den Rest mit einem gefundenen Draht verstärkt, der Napf lässt sich also einfach aus der Halterung nehmen.
Wir benutzen Dosen- und Trockenfutter und vermeiden es so gut wie möglich, Fleischreste ins Grauwasser zu lassen, da es sonst unglaublich zu stinken anfängt. Und manchmal bekommt sie natürlich auch etwas Frisches vom Metzger oder unsere Reste.

Das Holz muss nochmal neu gemacht werden…

GARDEROBE
Ja, ich nenne es Garderobe :D, welche sich neben der seitlichen Schiebetür befindet. Hier hängen Doggo’s Leinen, Maulkorb (je nach Land nötig), Handtuch, Halsbänder. Ihre Spielsachen, Geschirre, etc. haben wir in einer Kiste im Regal, da müssen wir nicht so oft ran.

Der Hundepo für den Hund

FUTTER
Ein großer Karton mit ihrem Futter liegt auf dem Radkasten, ironischerweise direkt hinter ihrer Schlafhöhle. Obwohl dort allerlei Köstlichkeiten wie getrocknete Rinderlunge und Schweineohren drin liegen, ist sie noch nie auf die Idee gekommen, die Kiste anzufassen. Das ist bestimmt nicht bei jedem Hund so.

UND SONST SO

  • Während der Fahrt ist die Kleine bei uns in der Fahrerkabine, sie bekommt dann ihr weiches Kissen zwischen unsere Sitze und schläft dort eigentlich meist durch. Hinten in ihrer Schlafhöhle ist es ihr, denke ich, einfach zu wackelig. Nur wenn sie todmüde ist schläft sie dort auch während der Fahrt.
  • Auf Campingplätzen ist es meist Pflicht, die Hunde an der Leine zu lassen. Wir haben dazu eine 10m-lange Schleppleine, damit sie sich in einem kleinen Radius um uns bewegen kann. Dann muss man aber auch immer ein Auge darauf haben, dass sie nichts mit der Leine umreißt.
    Natürlich ist auf Campingplätzen darauf zu achten, dass man die Hunde trotzdem Gassi führt und sie ihr Geschäft außerhalb des Areals verrichten. Wenn wir wild stehen und um uns herum nichts ist außer Natur (keine Tiere oder Häuser), lassen wir Doggo einfach frei laufen. Wenn sich andere Camper zu uns stellen oder wir uns dazustellen, stellen wir uns mit Doggo kurz vor und die muss dann nicht ständig Wachhund spielen, wenn sie die “quasi Mitbewohner” kennt.

DOG ABROAD – unsere Reiseerfahrungen mit Fido