Mit Hund in Österreich: Tirol

~ Verbote, Verbote, Verbote ~

Das erste Mal bin ich als Hundebesitzerin in meiner Heimat Tirol und ich muss vieles erst herausfinden.

IN DER STADT:
Im Gegensatz zu Berlin sind die Hunde hier generell angeleint. Auch Hundebegegnungen lässt man an der Leine zu, was für uns immer ein Zwiespalt ist.
Wenn wir mal unangeleint unterwegs waren und in der Ferne schon einen ebenso unangeleinten Hund sahen, wurde dieser immer sofort an die Leine und kurz genommen. Das haben wir dann natürlich auch getan. Insofern blieben die entspannten Hundebegegnungen in der Stadt und auf Spaziergängen eher aus.

Wir sind dann gezielt zu Hundeparks gegangen. Da wir uns nur in Innsbruck aufhielten, kamen wir nur dazu, diese beiden zu besuchen. Wir waren ja ungebunden und sind vielleicht zu ungünstigen Zeiten hin, aber es war nicht so oft der Fall, dass andere Hunde da waren. Aber die Hundebesitzer, die wir trafen, waren alle sehr nett und genauso daran interessiert, dass ihre Hunde miteinander Spaß haben.

  • Hundepark Egerdachstraße: Der Park befindet sich zwischen einem Sportfeld und Schrebergärten und bietet Sitzbänke, Mülleimer, einen Balancierbalken, Tunnel und Hürde und eine große Schüssel mit Wasser, die wohl von irgendwelchen Personen aufgefüllt wird. Hier sind wir meist hingegangen, waren aber auch oft alleine dort.
  • Hundepark Rossau: Hier gibt es zwei abgetrennte Parks direkt nebeneinander entlang am Ufer. Ein park ist recht trostlos, das Gras ist fast weg und es gibt nur eine Hürde. Es gab leidr auch ein Loch im Zaun. Der andere Park bietet mehrere Agility-Elemente wie Tunnel und Hürde. Aber auch hier waren wir öfter alleine als mit anderen Hunden.

SEEN:
Eigentlich waren die meisten Seen für Hunde verboten. Das fanden wir sehr enttäuschend.

  • Möserer See: Hier sind Hunde zwar mit Leine am Ufer erlaubt, aber nicht im See. Eine Abkühlung kann sich Wuff hier also auch nicht holen, aber zumindest darf man als Hundebesitzer*in mal schwimmen gehen.
  • Stausee/Speicher Durlaßboden im Zillertal: Einer der wenigen großen Seen, die noch umsonst und ohne große Verbote ist. Dort finden sich viele Tagesbesucherinnen, Camper, Wohnmobile und … Hunde! Ja, und sie dürfen sogar ins Wasser! Hier hat unsere Kleine nach Lust und Laune laufen und rennen dürfen und auch ihre ersten tieferen Schritte ins Nass gemacht. Einen Spielkamerad hat sie auch sofort gefunden. Natürlich sind aber nicht alle Badenden von Hunden begeistert. Wir haben uns in einer respektvollen Distanz zu anderen Besucherinnen mit ihr aufgehalten und keine Probleme gehabt. Es gab viele andere Hunde, manche frei, manche angeleint. Hoffentlich gibt es diesen unkomplizierten See noch lange.

IN DER NATUR:
Bei Wanderungen versteht sich in Tirol überall: Leinenpflicht!
Zu viel sind die Begegnungen von Weidevieh oder Schafen und freilaufenden Hunden geworden, oder zu unvorsichtig sind die Wanderer geworden, ich weiß es nicht. Doch Nachrichten über Kuhattacken gehören seit einigen Jahren zum Alltag, weshalb immer mehr Gebiete in den Bergen totale Leinenpflicht verlangen oder sogar das Queren von Weidegebieten mit Hunden untersagen. Vielleicht möchte man sich mit diesen Schildern aber auch nur absicher.
Am Ende ist es jedem selbst überlassen, wieviel Risiko man eingeht. Fakt ist, dass Kühe sich von Hunden bedroht fühlen können, vor allem, wenn sie Kälber haben. Fakt ist auch, dass man nicht immer weiß, wie der Hund auf Kühe o.ä. reagiert.

Bei ausgesetzten Stellen am Berg ziehen wir unserer Hündin ein Geschirr über, mit dem wir sie notfalls über Steine oder Wurzeln heben können und manchmal benutzen wir auch die Jogging-Leine um die Hüfte, um selbst freie Hände zu haben.