Italien

~ Hund in Italien? Super, super, super! ~

Prinzipiell, aber besonders wenn man mit Fifi reist, muss dieser gechippt sein.
Uns ist es zwar nur einmal passiert, aber in Palermo wurden wir plötzlich von zwei Personen auf den Hund angesprochen. Sie kontrollierten Doggo’s Chip und schrieben meine Daten auf. Also, nur gechippt mit Vierbeiner reisen!

Italien hat lt. Wikipedia seit 2009 keine Rasselisten mehr. Das merkt man, denn es sind viele Rottweiler und Staffordshire Terrier unterwegs. Stattdessen werden Problemfälle oder “Problemhunde” und -besitzer aufgezeichnet. Leider werden diese Hunde jedoch gerne noch kupiert.

Noch nie hatten wir so überaus positive Erlebnisse mit unserer kleinen Terriermischlingsdame. Es ist wie mit Kindern, die Italiener lieben Kinder und Hunde und sie sind hier komplett eingebunden in den Alltag und stellen keinen Störfaktor dar, wie es in Deutschland oft zu spüren ist.

Man bekommt liebe Blicke, wird angesprochen, der Hund bekommt Komplimente und wird verwöhnt, egal ob von Passanten oder Geschäftsmitarbeitern. Bisher hatten wir noch keine Begegnung mit Menschen, die Berührungsängste mit Hunden hatten. Auch die Kinder sind hier total scharf auf Hunde und bringen ein gewisses Selbstbewusstsein mit um mit ihnen umzugehen.

Auch mit unserer “schweren” Rasse hatten wir noch nie so positive Begegnungen. Da unsere Doggo ja ein Minibullterrier – Parson-Russel-Terrier Mischling ist, haben wir schon mit Vorurteilen zu kämpfen (“hässlich”, “gefährlich”). In Italien? Pusteblume! Sie ist der Superstar! “Oh, dolce!”, “Mama, il canelino!”, “Oh, bello”! Nur solches hört man und alle sind neugierig, was für eine Rasse sie ist. Und sie sehen auch sofort (trotz ihrer “fiesen Nase”), dass sie eine ganz liebe Hündin ist, die niemandem was tun würde. Das verdankt sie aber auch ihren süßen Schlappohren, die ihr ja jedes Bedrohliche nehmen.

Zudem haben wir noch nie so viele Standard-Bullterrier gesehen wie hier.

IN DER STADT:
In Bars und sogar Geschäften wurde uns bisher immer von der Bedienung selbst eine Schale Wasser für Doggo angeboten, hin und wieder kamen sie sogar mit Hundekeksen an.
Vor Häusereingängen und Geschäften stehen sogar Wasserschalen bereit für alle vierbeinigen Passanten.

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In der Stadt sind die Hunde meist angeleint, dennoch lassen die Besitzer die Hunde sich beschnuppern. Das hat bei uns manchmal zu Stress geführt, da die Besitzer die Hunde zwar schnüffeln lassen wollen, aber dabei die Leine gestrafft lassen, was ja nicht so förderlich für eine entspannte Hundebegegnung ist. Es ist also ein komisches Zwischending von “Ich ziehe dich an deiner Leine” und “Na los, sag ‘Hallo’ zu dem anderen Hund” und das ist für uns neu.
In Berlin nimmt man den Hund für Begegnungen eher von der Leine oder achtet zumindest darauf, dass diese locker ist und der Hund sich autonom genug fühlt zu flüchten und somit gar keine (aggressive) Defensive entstehen kann. In den meisten Fällen geht es aber gut aus und falls der andere Hund zu Stress anfängt (unsere Dame macht das nicht) verabschiedet man sich mit einem “Ciao!”, kein Italiener macht einem dafür die Hölle heiß.

In der Regel gilt in Italien: Wenn Hunde nicht ausdrücklich verboten sind, sind sie willkommen (das gilt auch für jegliche Geschäfte und Restaurants und Bars).

Sightseeing mit Hund: In kleineren Städten waren viele touristische Sights auch für Hunde zu besuchen möglich. Es lohnt sich also nach Nekropolen, Ruinen und derlei zu schauen, wenn man eine Stadt besucht. So sind zum Beispiel Ausgrabungsstätte und im Freien befindliche Sights mit Hund zugänglich gewesen, in Rom jedoch nicht. Obwohl es hier unzählige Ruinen unter freiem Himmel gibt, sind diese in Rom nie mit Hund betretbar, außer der offene Teil des Circus Maximus, wo man auch auf andere Hunde(besitzer) zum Spielen stößt.

Einkaufen mit Hund: Eine Besonderheit, die wir in Rom jedoch entdeckt haben: Elite Supermarkt, wo auch Hunde rein dürfen! Tatsächlich sind wir im Laufe der Reise noch in mehrere Supermärkte gegangen, wo Hund erlaubt waren.

Io qui posso entrare ! – Ich kann hier rein!

Straßenhunde, ja die gibt es, in großen als auch kleinen Städten. Ob man sich vor denen hüten muss, weiss ich nicht. Wir hatten bisher das Gefühl, dass sie Menschen gegenüber freundlich waren. Dies hat man wahrscheinlich den Menschen zu verdanken, die Straßenhunde wie eine Art “kommunales Haustier” behandeln, d.h. sie bekommen hier und da Futter und werden auch von Leuten erzogen, wenn sie frech werden.

AM STRAND:
Ungewohnterweise waren dort nicht die Hunde-Strände gekennzeichnet, jedoch waren die Stellen markiert, die KEINE Hunde erlaubten. Ergo: fast überall waren Hunde erlaubt!
Nur sollten sie am Land meist an der Leine gehalten werden, im Wasser durften sie ohne Leine sein. Wir hielten uns an die Regeln, aber man merkte, dass die Menschen kein Problem damit hatten, dass Hunde unangeleint am Strand abhängen, sofern diese sich auch verhielten. In der Hitze war sowieso fast kein Hund wirklich aktiv 🙂

Das Bier war zu viel…

Im nördlicheren Italien an den pittoresken Seen war es noch anders, da haben wir gezielt nach Hundestränden gesucht, welche aber auch viele waren. Es gab sogar Hundestrände, wo man für Sonnenschirm und -liege bezahlte und der Hund bekam eine eigene kleine Sonnenliege, eine Wasserschüssel und ein Handtuch… Wir sind einfach zum kommunalen Strand gegangen 😉

An der Ostküste, wo die Strände felsig sind, muss man oft einen steilen und Weg zum Strand hinunterklettern. Dies hat unsere Hündin immer mit Bravour geschafft, aber das Geschirr war manchmal schon praktisch, um sie manchmal hinauf- oder hinunterzuhieven (einige Stellen sind tatsächlich mit Seil erreichbar oder so).

IN DER NATUR:
Wenn wir auf viel bewanderten Wegen sind haben wir sie an der Leine. Jedoch waren wir auch schon mit Italienern auf Wanderungen unterwegs, wo wir sie ableinten.
Tatsächlich spazieren in vielen Gegenden am Land die Hunde alleine durch Dorf und Wald. Auch die Jagdhunde kommen manchmal vorbei und sagen “Hallo”. Den einen herrenlosen Dorfhund gibt es hier meist auch noch und der begrüßt eh jeden Hund, den er trifft.

Das einzig ungewohnte für uns sind die angeketteten Wachhunde, die fast jedes größere Haus besitzt. Diese scheinen wirklich nur als Wachhunde Nutzen zu finden, was einerseits traurig, aber auch etwas verständlich ist, da es wohl zu Einbrüchen in Wellen in den Dörfern kommt. Jedoch ist der Wachhund wirklich ein Wachhund und unterscheidet nicht zwischen Einbrecher und Passant wie mich. Ob ich mit Hund als Begleiter dabei besser dastehe oder nicht, hab ich noch nicht herausgefunden.

Wenn man sich in ländlicheren Gegenden oder im Landesinneren aufhält, begegnet man oft umherziehenden Ziegen- oder Schafherden mit dazugehörigem Schäfer (meist männlich) und meist einem richtigen Rudel Hütehunde. Diese hört man meist schon vor den Ziegen oder Schafen, denn die Hunde bemerken deine Existenz sofort und bellen los. Wir haben unseren Hund dann einfach bei uns gehalten oder in den Bus geschickt, bis die Herde vorbeigezogen war.
Unserer Erfahrung nach waren diese Hunde zwar unserem Hund gegenüber etwas herrscherisch, aber uns Menschen gegenüber ängstlich. Nur einmal standen wir einem aggressiverem Rudel gegenüber, die sich vom Pfeifen des Hirtens nicht beeindrucken ließen.