En panne à Dijon

Nachmittags waren wir gerade in Dijon angekommen, da fiel mir ein starker Dieselgeruch auf. Wir fuhren gerade über eine große Kreuzung als unser Bus abschmierte und er nicht mehr gestartet werden konnte. Gregor stieg sofort aus und versuchte alleine den Bus zu schieben, was einfach unmöglich war. Gott sei Dank erkannte ein anderer Fahrer unsere Situation und er und sein Kollege kamen sofort angelaufen um zu helfen und ein weiterer Passant kam auch dazu und so wurden wir auf den trottoir geschoben.

Gestrandet auf dem Trottoir

Nach einem ersten Anruf bei ADAC mussten wir feststellen, dass wir als Basis-Mitglieder nicht im Ausland gedeckt waren. Die Dame am Telefon konnte uns also nur eine sms mit den Kontaktdaten einer naheliegenden Garage zu schicken. Wir riefen mehrere an und ich versuchte auf Französisch unsere Situation zu erklären, aber alle sagten sie können uns nicht abholen oder dass sie schon total ausgebucht sind. Ich ging also zur Pharmazie und bat dort um Hilfe und der Apotheker übernahm für mich. Er rief zwei Mercedes-Werkstätten an, eine sagte sofort “Nein, unmöglich” und eine andere sagte, sie könne uns abholen, aber erst ab dem 08.09. Reparaturen machen. Nachdem ich es mit Gregor besprochen hatte und wir wohl oder übel abgeschleppt werden mussten, bat ich den Apotheker dort nochmal anzurufen. Nach mehrmaligen Anrufen meinten die von der Werkstatt plötzlich: “Ja, heute können wir sie nicht abholen, aber sie soll sich morgen früh nochmal melden, dann holen wir sie”. Ich war einfach entsetzt.

Ich bewahre die Fassung, wie man hier sieht

Wir standen halt wirklich mitten in der Stadt auf dem Radweg und ich befürchtete auch, dass die Polizei irgendwann kommen würde. Also rufen wir nochmal beim ADAC an und diesmal ist die Mitarbeiterin so engagiert und ruft für uns auf französisch bei einer Werkstatt an, erklärt die Situation und informiert uns, dass er uns in einer Stunde abholen kann. Wir waren so erleichtert.

Ciao, Boabette!

Unsere erste Abschleppung war ziemlich aufregend und der Automechaniker führte den Betrieb ganz alleine, Abschleppung und Reparatur. Wir erreichten also abends die Werkstatt und durften eine Nacht dort bleiben. Am nächsten konnte er uns die Kosten und die Dauer der Reparatur sagen.

Die Dieselpumpe hatte ein Leck, wo der Diesel wie eine Fontäne in den ganzen Motorraum spritzte. Dort liegt auch ein Sensor, welcher nicht mehr einwandfrei funktionierte und deshalb konnte der Motor nicht mehr starten. Die Sensor würde er von Mercedes direkt bestellen müssen für ~220.- Euro, der Neupreis der Pumpe lag bei ~900.- Euro, jedoch hatte er noch eine gebrauchte für ca. die Hälfte herumliegen. Die Abschleppung machte er für uns besonders günstig á 140.- Euro, zuzüglich 3h Arbeitszeit, so kamen wir insgesamt auf 1200.- Euro.

Während wir uns dort aufhielten, war er ständig am telefonieren, umparken, rumwerkeln und es kamen und gingen Menschen, holten Autos ab, holten ihre Sachen aus ihren liegengebliebenen Karren und alle fragten nach ihm. Der Hof war voller Autos mit NL-Kennzeichen. Aus Gesprächen mit anderen erfuhren wir, dass alle Garagen gerade mit den Reparaturen überfordert sind und die Autos dann in deren Herkunftsland zurückschleppen lassen und die Touristen dann mit Mietautos weitergeschickt werden. Welche Kosten bei einer Abschleppung unserer Busses nach Deutschland entstehen würden, wollte ich mir gar nicht ausmalen und war froh, dass es repariert werden konnte. Mit Dijon waren wir anscheinend im Bermudadreieck der Autos gelandet.

Da die Reparatur aber bis Mittwoch dauern würde, organisierten wir uns einen Mietwagen aus Dijon und wollen den Bus auf unserer Rückreise abholen. Wir wollten endlich in Urlaubsstimmung kommen und die Füße hochlegen. Also bretterten wir von dort durch in unserem Renault Twingo, die Kassette der Chemietoilette im Kofferraum, weil es sonst wohl im Bus explodiert wäre.

Extrem groß oder extrem klein – wir lieben die Extreme

Jetzt sind wir endlich am Ziel angekommen, bei Gregors Cousine Zuhause und zum ersten Mal kommt Entspannung hoch. Leider diesmal ohne Buslein, aber die hat ja auch schon 19 Jahre auf’m Buckel. Da darf sie mal in die Reha.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s