Enna

Weiter in Enna – der Nabel Siziliens – spazieren wir undercover herum, der Hund ist wirklich ein Segen zu Lockdowns. Wir haben einen tollen Ausblick vom “Castello di Lombardia”, eines der größten Schlösser Europas mit 27.000 m2. Von den ursprünglich 20 Türmen sind nur 6 erhalten, die Größe lässt sich kaum erfassen. Es wurde außerdem auf den Ruinen einer arabischen Festung gebaut.

Im Hintergrund die Stadt Calascibetta

Wir können es nur von außen besichtigen und gehen daran vorbei zum “Rocca di Cerere”, ein Felsen am Rande des Berges. Dieser dienter als Demeter-Heiligtum in der Antike, wo Opfer-Rituale für die Fruchtbarkeitsgöttin abgehalten worden sein sollen. Von Enna aus entwickelte sich eine Landwirtschaftslehre der den Jahreszeiten entsprechenden Bodennutzung für beste Ertragsziele und verbreitete sich von dort aus.
Die Geschichte der Göttin Demeter (oder Ceres) lässt sich auch und Ovids “Metamorphosen” finden.

Der “Rocco der Cerere” im Hintergrund

Ceres Tochter Persephone wird von Hades geraubt. Sie macht sich auf die Suche nach ihr und in Sizilien findet sie Persephone’s Gürtel und erfährt, dass diese als Ehegattin des Hades in der Unterwelt lebt. Sie ist so erzürnt, dass sie die Pflüge Siziliens zerschmettert, Bauern und Tiere sterben lässt und mal allzu viel Sonne, mal allzu viel Regen regieren lässt. Erst als sie Zeus um Hilfe bittet, handelt dieser einen Deal aus. Fortan soll Persephone die Hälfte des Jahres bei ihrer Mutter sein und mit dem Frühling für reichlich Ernte sorgen. Die andere Hälfte verbringt sie mit ihrem Ehemann Hades in der Unterwelt, Netflix und Chillen. Bäng, so entstanden die Jahreszeiten.
Der kalte Wind pfeift uns im die Ohren, dort oben auf dem mighty rock, und wir verlassen Enna.

Die Nacht suchen wir uns einen der bisher schönsten Plätze auf einem Hügel ca. 1 Stunde von Palermo entfernt.

Auf dem Hügel befindet sich eine bewohnte Kirche, man kann von dort oben alles überblicken. Wunderschön.

Die bewohnte Kirche am Hügel

Es ist das letzte Mal auf unserer Reise, dass wir zum Frühstück unseren Picknick-Tisch auspacken und unsere Kaffees mit herrlicher Aussicht genießen. Wir winken dem Fahrer, der den Pfarrer abzuholen scheint. Wir winken auch dem anderen Mann, der zur Kirche fährt. Die sind deutlich überrascht uns hier zu sehen, aber noch haben sie nichts dagegen . Wir haben diesen Spot auf der App gefunden, und der Eintrag wurde erst vor einem Monat gemacht. Wir sind froh darüber, aber bald werden sich die Camper hier bestimmt abklatschen und dann wird man nicht mehr gern gesehen sein. Eine schwierige Sache ist das mit dem “vanlife movement”.

Letztes Frühstück in der Sonne

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